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Die Zukunft der Energieversorgung

Der Energiemix in 50 Jahren wird mit dem von heute nicht mehr vergleichbar sein. Die alten Kraftwerke der 60er und 70er Jahre gehen in den Ruhestand und müssen ersetzt werden. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen drastisch verändert. Die weltweiten Umweltprobleme lassen sich nicht mehr ignorieren. Internationale Abkommen verpflichten daher inzwischen die Industrieländer, ihre Emissionen an Treibhausgasen zu reduzieren. Aber auch die steigenden Energiepreise knapper werdender Ressourcen müssen bei der Festlegung der nationalen Energiepolitik bedacht werden.

Weitsicht ist gefragt, denn: „Die Kraftwerke, die wir heute bauen bestimmen den Strompreis der nächsten Jahrzehnte!“

 

Erwärmte Erde, erschöpfte
Ressourcen –
Zukunftsvisionen und
Konzepte

Die Erde heizt sich auf. Die Ressourcen gehen zu Neige. Computersimulationen renommierter Klimafachleute zeigen, dass ein weltweiter Temperaturanstieg kaum mehr vermeidbar ist, wenn der Anteil der von Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre nicht drastisch reduziert wird.

Seit 1990 sind vor allem die energetisch bedingten CO2-Emissionen weltweit um rund acht Prozent auf 23 Milliarden Tonnen gestiegen.



 
 

Fachleute erwarten einen Anstieg auf rund 38 Milliarden Tonnen im Jahr 2020 – zu viel für unseren Globus.

Zwei Drittel der gegenwärtigen Emissionen werden von den westlichen Industriestaaten und Japan produziert. Diese müssten nach Angabe des Umwelt-bundesamtes bis Mitte des Jahrhunderts um 80% vermindert werden. Würden alle Länder den gleichen Lebensstandard erreichen wie die OECD Staaten, benötigten wir vier Planeten, um den Bedarf an Rohstoffen decken zu können. Industrieländer wie Deutschland stehen daher in der Verantwortung, Entfaltungsmöglichkeiten auch für die weniger entwickelten Länder zu schaffen. Das geht nur, wenn wir uns von unserem überbordenden Ressourcenverbrauch verabschieden und eine nachhaltige Energieversorgung aufbauen.

 

 

 

 

Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit als Zukunftsziel

Die Importe von Rohstoffen für die Energieversorgung werden weiter zunehmen. Nach einer Studie im Auftrag der EU-Kommission wird sich der Anteil von derzeit 50% auf 70% im Jahr 2030 in der EU erhöhen. Damit nimmt auch die Abhängigkeit von stabilen politischen Verhältnissen und Preisen in den Rohstoffländern und auf dem Weltmarkt zu. Bedenklich ist, dass 70% der Weltrohstoffreserven an Erdöl und 50% des Erdgases in den Krisenregionen am Persischen Golf und im Kaukasus liegen. Um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten, ist die Förderung heimischer Energiequellen notwendig, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Denn selbst bei einem Szenario noch lange ausreichender Rohstoffe sind diese auf Dauer nur lukrativ zu erschließen, wenn die Preise steigen.

Der Wind ist ein launischer Geselle, Flauten kennen nicht nur Segler. Trotz dieser Schwankungen wird eine gesicherte Stromproduktion immer ins Netz eingespeist. Diese gesicherte Leistung ersetzt konventionelle Kraftwerkskapazitäten.
Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass die Windenergie bis 2030 einen Anteil von 25% an der Stromversorgung haben kann, 15% alleine durch Offshore-Windenergieanlagen auf dem Meer. Eine 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien ist jedoch nur möglich, wenn Wasser-, Solar-, Wind- und Bioenergieanlagen im Verbund gefahren werden. Alle zusammen können problemlos den bundesdeutschen Strombedarf sicherstellen. Die notwendige Regelleistung wird in einer nachhaltigen Energieversorgung von anderen erneuerbaren Energien bereitgestellt.